Leute. Eigentlich wollte ich euch in eurer Feiertagsseligkeit nicht stören, aber nachdem der Aberglaube auf so großes Interesse gestoßen ist, möchte ich euch ein Medley der schönsten "Dinge, die man nicht tun darf", wie es mir gestern durch Oma und Großonkel vorgetragen wurde, nicht vorenthalten.
Was man nicht tun darf in den Zwölf Nächten: Update
- Hülsenfrüchte kochen. (Ob man sie essen darf, ist nicht bekannt.)
Konsequenzen sind auch nicht bekannt. Aber, wichtig: man darf nicht. Basta.
Was man nicht tun darf, wenn man Kühe hält:
Holunderbüsche, die am Haus wachsen, fällen und verbrennen
... weil sonst die Kühe sterben.
Man darf das Holz aber Ziegenbauern geben, das ist okay.
Weiß noch nicht, ob das Standesdünkel ist oder Vertrauen in die Zähigkeit der Ziegen...
Danach haben wir über den Krieg geredet, dass die Front eine Zeitlang mitten durch unser Dorf lief und meine Oma und ihre Eltern in den alten Tunneln unter dem Ort Zuflucht gesucht haben. Es war ein interessanter Heiligabend.
Zumindest die Holunderbuschgeschichte kann ich aber erklären: Holunder ist eine der wirkungsvollsten Heilpflanzen überhaupt. Mit Holunder kriegt man alles in den Griff: Verdauungsbeschwerden in beide Richtungen, Fieber, unreine Haut... kein Problem.
Holunder kann alles. Entgiftet besser als Brennnessel und schmeckt dabei besser, hat viel Vitamin C, blüht und duftet wunderschön - ihr merkt, Holunder ist einer meiner Lieblinge.
Weil die Pflanze so viel kann, wurde ihr außerdem zugesprochen, der Sitz der Schutzgeister eines Hauses zu sein; deshalb wurde früher auf jedes Grundstück ein Holunderbusch gepflanzt, als Gutegeistermagnet sozusagen.
Wer also das Haus guter Geister kaputtmacht, muss mit den Konsequenzen (allumfassendes Unglück, im Zweifel ist es immer allumfassendes Unglück) leben.
Warum das für Ziegenbauern (also Bauern, die sich nur Ziegen, aber keine Kühe leisten konnten) nicht gilt, kann ich aber trotzdem nicht erklären...
Das hier war jetzt nicht nur ein Aberglauben-Update, sondern auch ein Pröbchen für meine Kräuterkundeleidenschaft. Ich schaffe es, von jedem beliebigen Thema die Kurve zu kriegen und über Kräuter zu reden. Was die alles können! Welche besonders viel können, welcher Aberglaube und welcher Brauch damit verbunden ist - ich finde das alles wahnsinnig spannend.
Ist das auch für euch interessant? Wollt ihr dazu mehr wissen?
Mir macht das Thema großen Spaß und ich würde es gern mit euch teilen.
Alles Liebe
Kiki
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Dienstag, 25. Dezember 2012
Sonntag, 23. Dezember 2012
Eigentlich | Rauhnächte | Lebensinventur
Eigentlich wollte ich ja einen schönen Post über Yule für euch schreiben. Ich wollte auch ein größeres Fest daraus machen, mit Feuer, Tanz und Honigwein.
Leider ist mir mein Immunsystem dazwischengekommen. Ich hab mich total erkältet und habe somit die letzten beiden Tage damit zugebracht, am Esstisch meiner Eltern zu sitzen und düstere Prognosen über den Ausgang der Apokalypse ("Wahrscheinlich geht das Internet dann wieder ewig nicht!") oder Definitionen der von meiner Mutter verordneten Naturheilmittel ("Propolis schmeckt nach dem Schmerz von zehntausend erschlagenen Bienen!") abzugeben.
Ja, ich denke, meine Familie hat immer viel Spaß mit mir.
Yule selbst wurde dann natürlich kein großes Fest. Ich habe heißen Tee mit Honig getrunken, mich zu Trommelmusik wohlgefühlt und rote Kerzen angezündet. Dabei habe ich darüber nachgedacht, was gut war im letzten Jahr, was schlecht war, was ich behalten werde und was ich nicht mehr haben will. Davon erzähle ich euch später mehr, aber zuerst will ich ein bisschen über eines meiner Spezialthemen schreiben:
Die Rauhnächte. Oder beziehungsweise, wie die "Zwölf Nächte", wie sie in meiner Familie genannt werden; und wie sie bei mir zuhause begangen werden. Damit hier zumindest ein bisschen Mythenkontext herrscht.
Ich muss vorausschicken, dass ich keinen volkskundlichen Anspruch erhebe. Ich berichte ausschließlich von meinen persönlichen Erfahrungen bei mir zuhause. Was ich hier wiedergebe, sind nicht zwangsläufig anerkannte Forschungsergebnisse.
Die Rauhnächte sind die Nächte von Heiligabend, also ab morgen Abend, bis zum Dreikönigstag.
Auf Wikipedia finden sich auch noch andere Datumsvorschläge.
Man muss in dieser Zeit sehr aufpassen, was man tut oder nicht tut, weil alles bedeutsam ist und Folgen hat.
Was man in den Zwölf Nächten nicht tun darf:
- Nägel kürzen
- Haare schneiden
... sonst stirbt man im kommenden Jahr.
- Betten frisch beziehen
- Wäsche waschen
... sonst wird man schwer krank.
Soweit zur Rolle der Angst in der Erziehung meiner Person.
Was ich allerdings liebe an den Zwölf Nächten, ist der hellsichtige Aspekt:
Jede Nacht steht für einen Monat des kommenden Jahres. Was man in den Nächten träumt, wird wahr; an Wegkreuzungen kann man aus Licht und Natur Hinweise für das Jahr erhalten; und die Tiere können sprechen, allerdings nur mit den Toten des kommenden Jahres.
Der Glaube an die Rauhnächte geht auf den germanischen Glauben an Odins wilde Jagd zurück, der die Winterstürme, die in dieser Zeit häufig auftreten, erklärt. Hexen, Geister und Dämonen wandeln unter den Menschen, die Türen zu dem, was die einen Anderwelt und die anderen Jenseits nennen, sind nur angelehnt.
Ich liebe diese Zeit. Ich gehe hellhörig durch das Land und nehme die Schwinungen wahr. Und ich habe das starke Bedürfnis, Dinge zu sichern, zu regeln, und auch das passt gut zu den Rauhnächten: Jetzt muss man dafür sorgen, dass das Leben - innen und außen - aufgeräumt ist.
Genau wie Livh habe ich mein Jahr vor mich hingelegt und betrachtet - das bringt diese Zeit wohl mit sich. Das Ergebnis meiner Lebensinventur: 2012 war nicht schlecht.
Ich habe neue Freunde gefunden, obwohl das zunächst kaum naheliegend schien, aber ich will sie nicht missen.
Meine engsten Freunde sind meine engsten Freunde geblieben, wofür ich sehr sehr dankbar bin. Livh und J. - danke, dass ihr meine Freunde seid. Ihr seid das Beste.
Mein wichtigster zwischenmenschlicher Schritt war die Aussöhnung mit jemandem von ganz früher. Dass das geklappt hat, hat mich unsagbar befreit.
Ich habe einen Partner verloren und einen Partner gewonnen.
Mit Schwierigkeiten arrangiere ich mich inzwischen besser - ich bin selbstsicher genug, mich nicht für alles verantwortlich zu fühlen. Gut, das klappt beileibe nicht immer, aber solange die Tendenz stimmt...
Ich arbeite an meinem Abschluss, und grade sieht es gut aus *klopf auf Holz*, drückt mir die Daumen, dass es so weitergeht. Ich bin hochmotiviert und energiegeladen.
Mein Fazit zu 2012 ist, dass es ein anstrengendes, aufregendes Jahr war, das mir nichts geschenkt hat. Aber genau dafür bin ich dankbar: wenn ich mich nicht hätte beweisen und durchkämpfen müssen, wüsste ich heute nicht, was so in mir steckt.
Aber ich räume auch auf. Schmeiße jemandem aus meinem Leben, der nur Energie aufsaugt und schlecht gelaunt ist, Nahrungsmittelintoleranzen nach den Träumen der letzten Nacht erfindet und sich noch nicht einmal anständig verhält, sondern lügt und feige ist.
Brauche ich so jemanden? Ich denke nicht.
Und ihr auch nicht.
Wenn ihr auch nicht an den Zauberkram glaubt, sind die Zwölf Nächte trotzdem ein guter Zeitpunkt, um mit Energievampiren und Dramaqueens abzuschließen.
Ich stimme Livh zu: 2012 war gut, 2013 wird besser. Es wird das Jahr, in dem wir Dinge in die Hand nehmen und für uns einstehen.
Ich freue mich drauf, das zu erleben und es mit euch zu teilen.
Kiki
Leider ist mir mein Immunsystem dazwischengekommen. Ich hab mich total erkältet und habe somit die letzten beiden Tage damit zugebracht, am Esstisch meiner Eltern zu sitzen und düstere Prognosen über den Ausgang der Apokalypse ("Wahrscheinlich geht das Internet dann wieder ewig nicht!") oder Definitionen der von meiner Mutter verordneten Naturheilmittel ("Propolis schmeckt nach dem Schmerz von zehntausend erschlagenen Bienen!") abzugeben.
Ja, ich denke, meine Familie hat immer viel Spaß mit mir.
Yule selbst wurde dann natürlich kein großes Fest. Ich habe heißen Tee mit Honig getrunken, mich zu Trommelmusik wohlgefühlt und rote Kerzen angezündet. Dabei habe ich darüber nachgedacht, was gut war im letzten Jahr, was schlecht war, was ich behalten werde und was ich nicht mehr haben will. Davon erzähle ich euch später mehr, aber zuerst will ich ein bisschen über eines meiner Spezialthemen schreiben:
Die Rauhnächte. Oder beziehungsweise, wie die "Zwölf Nächte", wie sie in meiner Familie genannt werden; und wie sie bei mir zuhause begangen werden. Damit hier zumindest ein bisschen Mythenkontext herrscht.
Ich muss vorausschicken, dass ich keinen volkskundlichen Anspruch erhebe. Ich berichte ausschließlich von meinen persönlichen Erfahrungen bei mir zuhause. Was ich hier wiedergebe, sind nicht zwangsläufig anerkannte Forschungsergebnisse.
Die Rauhnächte sind die Nächte von Heiligabend, also ab morgen Abend, bis zum Dreikönigstag.
Auf Wikipedia finden sich auch noch andere Datumsvorschläge.
Man muss in dieser Zeit sehr aufpassen, was man tut oder nicht tut, weil alles bedeutsam ist und Folgen hat.
Was man in den Zwölf Nächten nicht tun darf:
- Nägel kürzen
- Haare schneiden
... sonst stirbt man im kommenden Jahr.
- Betten frisch beziehen
- Wäsche waschen
... sonst wird man schwer krank.
Soweit zur Rolle der Angst in der Erziehung meiner Person.
Was ich allerdings liebe an den Zwölf Nächten, ist der hellsichtige Aspekt:
Jede Nacht steht für einen Monat des kommenden Jahres. Was man in den Nächten träumt, wird wahr; an Wegkreuzungen kann man aus Licht und Natur Hinweise für das Jahr erhalten; und die Tiere können sprechen, allerdings nur mit den Toten des kommenden Jahres.
Der Glaube an die Rauhnächte geht auf den germanischen Glauben an Odins wilde Jagd zurück, der die Winterstürme, die in dieser Zeit häufig auftreten, erklärt. Hexen, Geister und Dämonen wandeln unter den Menschen, die Türen zu dem, was die einen Anderwelt und die anderen Jenseits nennen, sind nur angelehnt.
Ich liebe diese Zeit. Ich gehe hellhörig durch das Land und nehme die Schwinungen wahr. Und ich habe das starke Bedürfnis, Dinge zu sichern, zu regeln, und auch das passt gut zu den Rauhnächten: Jetzt muss man dafür sorgen, dass das Leben - innen und außen - aufgeräumt ist.
Genau wie Livh habe ich mein Jahr vor mich hingelegt und betrachtet - das bringt diese Zeit wohl mit sich. Das Ergebnis meiner Lebensinventur: 2012 war nicht schlecht.
Ich habe neue Freunde gefunden, obwohl das zunächst kaum naheliegend schien, aber ich will sie nicht missen.
Meine engsten Freunde sind meine engsten Freunde geblieben, wofür ich sehr sehr dankbar bin. Livh und J. - danke, dass ihr meine Freunde seid. Ihr seid das Beste.
Mein wichtigster zwischenmenschlicher Schritt war die Aussöhnung mit jemandem von ganz früher. Dass das geklappt hat, hat mich unsagbar befreit.
Ich habe einen Partner verloren und einen Partner gewonnen.
Mit Schwierigkeiten arrangiere ich mich inzwischen besser - ich bin selbstsicher genug, mich nicht für alles verantwortlich zu fühlen. Gut, das klappt beileibe nicht immer, aber solange die Tendenz stimmt...
Ich arbeite an meinem Abschluss, und grade sieht es gut aus *klopf auf Holz*, drückt mir die Daumen, dass es so weitergeht. Ich bin hochmotiviert und energiegeladen.
Mein Fazit zu 2012 ist, dass es ein anstrengendes, aufregendes Jahr war, das mir nichts geschenkt hat. Aber genau dafür bin ich dankbar: wenn ich mich nicht hätte beweisen und durchkämpfen müssen, wüsste ich heute nicht, was so in mir steckt.
Aber ich räume auch auf. Schmeiße jemandem aus meinem Leben, der nur Energie aufsaugt und schlecht gelaunt ist, Nahrungsmittelintoleranzen nach den Träumen der letzten Nacht erfindet und sich noch nicht einmal anständig verhält, sondern lügt und feige ist.
Brauche ich so jemanden? Ich denke nicht.
Und ihr auch nicht.
Wenn ihr auch nicht an den Zauberkram glaubt, sind die Zwölf Nächte trotzdem ein guter Zeitpunkt, um mit Energievampiren und Dramaqueens abzuschließen.
Ich stimme Livh zu: 2012 war gut, 2013 wird besser. Es wird das Jahr, in dem wir Dinge in die Hand nehmen und für uns einstehen.
Ich freue mich drauf, das zu erleben und es mit euch zu teilen.
Kiki
Sonntag, 16. Dezember 2012
Schon lange In: Familienchristbaumschmuck ♥
Ich bin dieses Wochenende zu meinen Eltern gefahren. Wir alle sind total geflasht davon, dass die Adventszeit nächste Woche schon vorüber ist!
Meine Mutter (Eingeweihte erinnern sich: Frau "Fetzig") und ich haben gestern mal unsere Abstellkammer nach dem Baumschmuck durchsucht, um gegebenenfalls einzelne Stücke austauschen zu können, so lange noch Zeit ist...
Und dabei sind wir auf den Christbaumschmuck meiner Oma gestoßen.
Das sind wunderschöne alte Stücke, teils aus den Fünfzigern. Sie sind ohne Ausnahme alle angedellt, man sieht ihnen die Feste an, die sie auf dem unnatürlich gerundeten Buckel haben.
Für mich haben sie großen sentimentalen Wert - Weihnachten bei meiner Oma war immer der Teil des Festes, bei dem es am wenigsten um Geschenke ging. Wir saßen in der warmen Wohnstube, haben Plätzchen gegessen und durften aus den guten Weingläsern Zitronensprudel trinken. Beides - Weingläser und Zitronensprudel - gab es nur an zwei Tagen des Jahres, an Weihnachten und am Geburtstag. Es war also eine große Sache.
Der Baum meiner Oma war immer bunt und glitzerig geschmückt. Meine Schwester und ich durften uns an Omas Baum austoben, meine Großeltern fanden es süß, wie wir unsere bunten Mädchenträume an diesem Baum realisiert haben. Er war immer größer als der Baum bei meinen Eltern, und Opa hat traditionell den Stern an die Spitze gesteckt. Jedes Jahr.
All diese Erinnerungen kamen hoch beim Anblick der alten Kugeln.
Mein Opa ist schon lange tot und einen Weihnachtsbaum hatte meine Oma schon lange nicht mehr. Zumindest keinen richtig großen - sie bekommt von mir einen kleinen Baum im Topf, aber pssst - das soll eine Überraschung sein.
Weihnachten war immer schön bei uns. Die legendären Weihnachtskräche gab es bei uns nie, sogar wir Kinder haben uns vertragen - hauptsächlich deshalb, weil man uns drohte, das Christkind würde unsere Geschenke wieder mitnehmen, es sei nämlich noch immer draußen unterwegs.
Eine bedrohliche Vorstellung.
Und das waren meine Lieblingsstücke. Klar, die Rosane. Ich bin ein Mädchen, sorry.
Die Weiße mit den zarten Glitzerzeichnungen.
Die Gelbe, weil ich als Kind dachte, das wäre Gold.
Die Teile sind nicht gut in Schuss, aber immerhin sind sie noch ganz. Ich betrachte die Macken und Wachsreste als Kampfnarben - sie haben immerhin schon meine Mutter durch ihre Kindheit begleitet.
Ich mag Dinge mit Geschichten. Ich ziehe Menschen mit Dellen und Rissen denen mit glatter Oberfläche vor, oder besser: denen, die eine glatte Oberfläche vorspiegeln. Dass jeder von uns Dellen hat, steht für mich außer Frage.
Ich mag die alten Kugeln, eben weil man ihnen ihr Alter ansieht.
Frau "Fetzig" sieht das zum Glück genauso: dieses Jahr kommen die alten Kugeln zu neuen Ehren bei ihrem großen Comeback an unserem Weihnachtsbaum.
Wie versprochen passiert hier immer mal wieder was. Beachtet bitte in der männlichen Hauptrolle Omas kleinen Baum, der sich zu einem Beinahe-Akt-Shooting überreden ließ!
Ich wünsche euch schöne präapokalyptische Tage. So langsam wird es eng - habt ihr schon Geschenke, für den Fall, dass es mit dem Weltuntergang doch nicht hinhaut?
Ich denke, ich werde kommende Woche fleißig schreiben, und am Freitag feiern gehen, als ob es mein letzter Tag auf Erden wäre. Wenn er's nicht ist, hatte ich zumindest eine fette fette fette Party.
Alles Liebe
Kiki
Meine Mutter (Eingeweihte erinnern sich: Frau "Fetzig") und ich haben gestern mal unsere Abstellkammer nach dem Baumschmuck durchsucht, um gegebenenfalls einzelne Stücke austauschen zu können, so lange noch Zeit ist...
Und dabei sind wir auf den Christbaumschmuck meiner Oma gestoßen.
Das sind wunderschöne alte Stücke, teils aus den Fünfzigern. Sie sind ohne Ausnahme alle angedellt, man sieht ihnen die Feste an, die sie auf dem unnatürlich gerundeten Buckel haben.
Für mich haben sie großen sentimentalen Wert - Weihnachten bei meiner Oma war immer der Teil des Festes, bei dem es am wenigsten um Geschenke ging. Wir saßen in der warmen Wohnstube, haben Plätzchen gegessen und durften aus den guten Weingläsern Zitronensprudel trinken. Beides - Weingläser und Zitronensprudel - gab es nur an zwei Tagen des Jahres, an Weihnachten und am Geburtstag. Es war also eine große Sache.
Der Baum meiner Oma war immer bunt und glitzerig geschmückt. Meine Schwester und ich durften uns an Omas Baum austoben, meine Großeltern fanden es süß, wie wir unsere bunten Mädchenträume an diesem Baum realisiert haben. Er war immer größer als der Baum bei meinen Eltern, und Opa hat traditionell den Stern an die Spitze gesteckt. Jedes Jahr.
All diese Erinnerungen kamen hoch beim Anblick der alten Kugeln.
Mein Opa ist schon lange tot und einen Weihnachtsbaum hatte meine Oma schon lange nicht mehr. Zumindest keinen richtig großen - sie bekommt von mir einen kleinen Baum im Topf, aber pssst - das soll eine Überraschung sein.
Weihnachten war immer schön bei uns. Die legendären Weihnachtskräche gab es bei uns nie, sogar wir Kinder haben uns vertragen - hauptsächlich deshalb, weil man uns drohte, das Christkind würde unsere Geschenke wieder mitnehmen, es sei nämlich noch immer draußen unterwegs.
Eine bedrohliche Vorstellung.
Und das waren meine Lieblingsstücke. Klar, die Rosane. Ich bin ein Mädchen, sorry.
Die Weiße mit den zarten Glitzerzeichnungen.
Die Gelbe, weil ich als Kind dachte, das wäre Gold.
Die Teile sind nicht gut in Schuss, aber immerhin sind sie noch ganz. Ich betrachte die Macken und Wachsreste als Kampfnarben - sie haben immerhin schon meine Mutter durch ihre Kindheit begleitet.
Ich mag Dinge mit Geschichten. Ich ziehe Menschen mit Dellen und Rissen denen mit glatter Oberfläche vor, oder besser: denen, die eine glatte Oberfläche vorspiegeln. Dass jeder von uns Dellen hat, steht für mich außer Frage.
Ich mag die alten Kugeln, eben weil man ihnen ihr Alter ansieht.
Frau "Fetzig" sieht das zum Glück genauso: dieses Jahr kommen die alten Kugeln zu neuen Ehren bei ihrem großen Comeback an unserem Weihnachtsbaum.
Wie versprochen passiert hier immer mal wieder was. Beachtet bitte in der männlichen Hauptrolle Omas kleinen Baum, der sich zu einem Beinahe-Akt-Shooting überreden ließ!
Ich wünsche euch schöne präapokalyptische Tage. So langsam wird es eng - habt ihr schon Geschenke, für den Fall, dass es mit dem Weltuntergang doch nicht hinhaut?
Ich denke, ich werde kommende Woche fleißig schreiben, und am Freitag feiern gehen, als ob es mein letzter Tag auf Erden wäre. Wenn er's nicht ist, hatte ich zumindest eine fette fette fette Party.
Alles Liebe
Kiki
Freitag, 30. November 2012
DIY - Adventskranz fast klassisch
Seht, die gute Zeit ist nah.
Das ist nicht nur ein sehr schöner Satz, sondern auch der Titel eines meiner liebsten Weihnachtslieder, und davon gibt es beileibe nicht wenige.
Ich liebe Weihnachten. Ich mag auch den Rest des Jahres, aber an Weihnachten kann ich meiner Freude am Schenken, Dekorieren, Backen, Basteln und natürlich an salbungsvoller Musik ungehemmt ausleben.
Ich feiere leidenschaftlich gern Weihnachten, und bin doch froh, dass es nur einmal im Jahr stattfindet. Denn bei aller Freude ist es auch sehr aufwendig. Dieses Jahr aber habe ich es schlau angestellt - ich werde morgen Abend mit sämtlichen Weihnachtsvorbereitungen fertig sein und somit die Adventszeit dazu nutzen können, mich mit Keksen zu versorgen und Holunderpunsch zu trinken.
Besonders viele Traditionen gibt es bei meinem Weihnachten nicht, aber die Traditionen, die es gibt, sind wichtig. Zum Beispiel bekommt meine Oma jedes Jahr ein kleines Weihnachtsgesteck als Adventskranz. Dieses Jahr habe ich die Gelegenheit beim Schopf gepackt und eine kleine Anleitung erstellt. Adventskranzbinden ist nämlich ziemlich leicht, eigentlich.
Dieses Exemplar hier ist extraklein, er passt auf einen Kuchenteller :) wer einen größeren Kranz haben will, muss entsprechend mehr Zweige nehmen.
Was also braucht man?
ca. 15 etwa unterarmlange Tannenzweige
eine Rolle Bindedraht
einen Weidenzweig
ggf. weitere Äste von wintergrünen Gewächsen
eine Gartenschere zum Zweigezerteilen
Okay, los gehts.
Zuerst aus dem Weidenzweig einen Ring formen. Kleinere Äste an dem Zweig sind hilfreich, sie können drumrum gewickelt werden und geben so ein bissechen mehr Halt. Den fertigen Ring nochmal mit Draht umwickeln, um ihn zu fixieren.
Zwei Sachen sind wichtig:
1. Den Bindedraht nicht abknipsen! Zumindest jetzt noch nicht. Das Grünzeug wird direkt an den Ring gebunden.
2. Ich hab mal meinen LipSmacker (Himbeere) als Maßstab daneben gelegt. Der Ring sollte etwa den Umfang einer Untertasse haben, das führt dann zu einem kleinen Kranz etwa mit dem Umfang eines Kuchentellers. Kuchentellerumfangring führt zu einem Kranz, der auf einem Pizzateller gut aussieht - die Tannen machen ordentlich Raum gut.
Und dann kommt schon das Tannenmaterial ins Spiel: man nimmt etwa 3-4 circa fingerlange Tannenzweigteile, platziert sie oben auf dem Ring und wickelt den Draht um das untere Viertel, um die Zweige am Ring zu befestigen.
Dann wieder 3-4 Zweigteile (wie auch auf dem Foto nehme ich vorwiegend die Zweigspitzen, zumindest für die sichtbaren Teile), die werden dann leicht unterhalb (im Uhrzeigersinn) von der ersten Gruppe befestigt. Vielleicht eher außen, die nächste Zweiggruppe wieder ein bisschen versetzt, eher innen - und so weiter, bis ihr am Anfang angekommen seid.
Jetzt kann man mit dem Draht noch einmal außenrum wickeln - etwas lockerer diesmal - um störrische Zweige zu bändigen. Dann abknipsen und in sich verpfriemeln, damit er nicht aufgeht.
Und dann: nichts wie ran ans Dekorieren!
Mit kleinen Kerzen als süßes Mitbringsel, mit Schleifen als Türkranz oder für euch selbst, ein kleiner Lichtblick im Dunkel... der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt!
Wichtig: wenn ihr Zweige holt - nicht nur an einem einzigen Baum. Bitte verteilt den Schaden auf mehrere Bäume, damit der einzelne Baum nicht so große Verluste erleidet.
Wenn ihr die Möglichkeit habt, sprecht euch mit dem Besitzer des Waldstückes ab - ich kann mir nicht vorstellen, dass ein normaler Mensch da Theater macht und "Nein" sagt.
Oder man macht es sich ganz stressfrei und kauft einen Bund Zweige im Supermarkt. Die gehen selbstverständlich auch.
Der Kranz geht ziemlich schnell und ist umweltfreundlich: einfach den Draht abpulen, wieder aufwickeln und weiterverwenden - und der Rest kann in den Kompost.
Das wars. Habt ihr besondere Traditionen/Bräuche/Verhaltensweisen, die euch wichtig sind?
Eine schöne Adventszeit euch allen!
Kiki ♥
Das ist nicht nur ein sehr schöner Satz, sondern auch der Titel eines meiner liebsten Weihnachtslieder, und davon gibt es beileibe nicht wenige.
Ich liebe Weihnachten. Ich mag auch den Rest des Jahres, aber an Weihnachten kann ich meiner Freude am Schenken, Dekorieren, Backen, Basteln und natürlich an salbungsvoller Musik ungehemmt ausleben.
Ich feiere leidenschaftlich gern Weihnachten, und bin doch froh, dass es nur einmal im Jahr stattfindet. Denn bei aller Freude ist es auch sehr aufwendig. Dieses Jahr aber habe ich es schlau angestellt - ich werde morgen Abend mit sämtlichen Weihnachtsvorbereitungen fertig sein und somit die Adventszeit dazu nutzen können, mich mit Keksen zu versorgen und Holunderpunsch zu trinken.
Besonders viele Traditionen gibt es bei meinem Weihnachten nicht, aber die Traditionen, die es gibt, sind wichtig. Zum Beispiel bekommt meine Oma jedes Jahr ein kleines Weihnachtsgesteck als Adventskranz. Dieses Jahr habe ich die Gelegenheit beim Schopf gepackt und eine kleine Anleitung erstellt. Adventskranzbinden ist nämlich ziemlich leicht, eigentlich.
Dieses Exemplar hier ist extraklein, er passt auf einen Kuchenteller :) wer einen größeren Kranz haben will, muss entsprechend mehr Zweige nehmen.
Was also braucht man?
ca. 15 etwa unterarmlange Tannenzweige
eine Rolle Bindedraht
einen Weidenzweig
ggf. weitere Äste von wintergrünen Gewächsen
eine Gartenschere zum Zweigezerteilen
| Ich hatte Tanne und Buchsbaum |
Okay, los gehts.
Zuerst aus dem Weidenzweig einen Ring formen. Kleinere Äste an dem Zweig sind hilfreich, sie können drumrum gewickelt werden und geben so ein bissechen mehr Halt. Den fertigen Ring nochmal mit Draht umwickeln, um ihn zu fixieren.
Zwei Sachen sind wichtig:
1. Den Bindedraht nicht abknipsen! Zumindest jetzt noch nicht. Das Grünzeug wird direkt an den Ring gebunden.
2. Ich hab mal meinen LipSmacker (Himbeere) als Maßstab daneben gelegt. Der Ring sollte etwa den Umfang einer Untertasse haben, das führt dann zu einem kleinen Kranz etwa mit dem Umfang eines Kuchentellers. Kuchentellerumfangring führt zu einem Kranz, der auf einem Pizzateller gut aussieht - die Tannen machen ordentlich Raum gut.
Und dann kommt schon das Tannenmaterial ins Spiel: man nimmt etwa 3-4 circa fingerlange Tannenzweigteile, platziert sie oben auf dem Ring und wickelt den Draht um das untere Viertel, um die Zweige am Ring zu befestigen.
Dann wieder 3-4 Zweigteile (wie auch auf dem Foto nehme ich vorwiegend die Zweigspitzen, zumindest für die sichtbaren Teile), die werden dann leicht unterhalb (im Uhrzeigersinn) von der ersten Gruppe befestigt. Vielleicht eher außen, die nächste Zweiggruppe wieder ein bisschen versetzt, eher innen - und so weiter, bis ihr am Anfang angekommen seid.
| Kann man mal machen. |
Jetzt kann man mit dem Draht noch einmal außenrum wickeln - etwas lockerer diesmal - um störrische Zweige zu bändigen. Dann abknipsen und in sich verpfriemeln, damit er nicht aufgeht.
Und dann: nichts wie ran ans Dekorieren!
Mit kleinen Kerzen als süßes Mitbringsel, mit Schleifen als Türkranz oder für euch selbst, ein kleiner Lichtblick im Dunkel... der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt!
Wichtig: wenn ihr Zweige holt - nicht nur an einem einzigen Baum. Bitte verteilt den Schaden auf mehrere Bäume, damit der einzelne Baum nicht so große Verluste erleidet.
Wenn ihr die Möglichkeit habt, sprecht euch mit dem Besitzer des Waldstückes ab - ich kann mir nicht vorstellen, dass ein normaler Mensch da Theater macht und "Nein" sagt.
Oder man macht es sich ganz stressfrei und kauft einen Bund Zweige im Supermarkt. Die gehen selbstverständlich auch.
Der Kranz geht ziemlich schnell und ist umweltfreundlich: einfach den Draht abpulen, wieder aufwickeln und weiterverwenden - und der Rest kann in den Kompost.
Das wars. Habt ihr besondere Traditionen/Bräuche/Verhaltensweisen, die euch wichtig sind?
Eine schöne Adventszeit euch allen!
Kiki ♥
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