Eigentlich wollte ich ja einen schönen Post über Yule für euch schreiben. Ich wollte auch ein größeres Fest daraus machen, mit Feuer, Tanz und Honigwein.
Leider ist mir mein Immunsystem dazwischengekommen. Ich hab mich total erkältet und habe somit die letzten beiden Tage damit zugebracht, am Esstisch meiner Eltern zu sitzen und düstere Prognosen über den Ausgang der Apokalypse ("Wahrscheinlich geht das Internet dann wieder ewig nicht!") oder Definitionen der von meiner Mutter verordneten Naturheilmittel ("Propolis schmeckt nach dem Schmerz von zehntausend erschlagenen Bienen!") abzugeben.
Ja, ich denke, meine Familie hat immer viel Spaß mit mir.
Yule selbst wurde dann natürlich kein großes Fest. Ich habe heißen Tee mit Honig getrunken, mich zu Trommelmusik wohlgefühlt und rote Kerzen angezündet. Dabei habe ich darüber nachgedacht, was gut war im letzten Jahr, was schlecht war, was ich behalten werde und was ich nicht mehr haben will. Davon erzähle ich euch später mehr, aber zuerst will ich ein bisschen über eines meiner Spezialthemen schreiben:
Die Rauhnächte. Oder beziehungsweise, wie die "Zwölf Nächte", wie sie in meiner Familie genannt werden; und wie sie bei mir zuhause begangen werden. Damit hier zumindest ein bisschen Mythenkontext herrscht.
Ich muss vorausschicken, dass ich keinen volkskundlichen Anspruch erhebe. Ich berichte ausschließlich von meinen persönlichen Erfahrungen bei mir zuhause. Was ich hier wiedergebe, sind nicht zwangsläufig anerkannte Forschungsergebnisse.
Die Rauhnächte sind die Nächte von Heiligabend, also ab morgen Abend, bis zum Dreikönigstag.
Auf Wikipedia finden sich auch noch andere Datumsvorschläge.
Man muss in dieser Zeit sehr aufpassen, was man tut oder nicht tut, weil alles bedeutsam ist und Folgen hat.
Was man in den Zwölf Nächten nicht tun darf:
- Nägel kürzen
- Haare schneiden
... sonst stirbt man im kommenden Jahr.
- Betten frisch beziehen
- Wäsche waschen
... sonst wird man schwer krank.
Soweit zur Rolle der Angst in der Erziehung meiner Person.
Was ich allerdings liebe an den Zwölf Nächten, ist der hellsichtige Aspekt:
Jede Nacht steht für einen Monat des kommenden Jahres. Was man in den Nächten träumt, wird wahr; an Wegkreuzungen kann man aus Licht und Natur Hinweise für das Jahr erhalten; und die Tiere können sprechen, allerdings nur mit den Toten des kommenden Jahres.
Der Glaube an die Rauhnächte geht auf den germanischen Glauben an Odins wilde Jagd zurück, der die Winterstürme, die in dieser Zeit häufig auftreten, erklärt. Hexen, Geister und Dämonen wandeln unter den Menschen, die Türen zu dem, was die einen Anderwelt und die anderen Jenseits nennen, sind nur angelehnt.
Ich liebe diese Zeit. Ich gehe hellhörig durch das Land und nehme die Schwinungen wahr. Und ich habe das starke Bedürfnis, Dinge zu sichern, zu regeln, und auch das passt gut zu den Rauhnächten: Jetzt muss man dafür sorgen, dass das Leben - innen und außen - aufgeräumt ist.
Genau wie Livh habe ich mein Jahr vor mich hingelegt und betrachtet - das bringt diese Zeit wohl mit sich. Das Ergebnis meiner Lebensinventur: 2012 war nicht schlecht.
Ich habe neue Freunde gefunden, obwohl das zunächst kaum naheliegend schien, aber ich will sie nicht missen.
Meine engsten Freunde sind meine engsten Freunde geblieben, wofür ich sehr sehr dankbar bin. Livh und J. - danke, dass ihr meine Freunde seid. Ihr seid das Beste.
Mein wichtigster zwischenmenschlicher Schritt war die Aussöhnung mit jemandem von ganz früher. Dass das geklappt hat, hat mich unsagbar befreit.
Ich habe einen Partner verloren und einen Partner gewonnen.
Mit Schwierigkeiten arrangiere ich mich inzwischen besser - ich bin selbstsicher genug, mich nicht für alles verantwortlich zu fühlen. Gut, das klappt beileibe nicht immer, aber solange die Tendenz stimmt...
Ich arbeite an meinem Abschluss, und grade sieht es gut aus *klopf auf Holz*, drückt mir die Daumen, dass es so weitergeht. Ich bin hochmotiviert und energiegeladen.
Mein Fazit zu 2012 ist, dass es ein anstrengendes, aufregendes Jahr war, das mir nichts geschenkt hat. Aber genau dafür bin ich dankbar: wenn ich mich nicht hätte beweisen und durchkämpfen müssen, wüsste ich heute nicht, was so in mir steckt.
Aber ich räume auch auf. Schmeiße jemandem aus meinem Leben, der nur Energie aufsaugt und schlecht gelaunt ist, Nahrungsmittelintoleranzen nach den Träumen der letzten Nacht erfindet und sich noch nicht einmal anständig verhält, sondern lügt und feige ist.
Brauche ich so jemanden? Ich denke nicht.
Und ihr auch nicht.
Wenn ihr auch nicht an den Zauberkram glaubt, sind die Zwölf Nächte trotzdem ein guter Zeitpunkt, um mit Energievampiren und Dramaqueens abzuschließen.
Ich stimme Livh zu: 2012 war gut, 2013 wird besser. Es wird das Jahr, in dem wir Dinge in die Hand nehmen und für uns einstehen.
Ich freue mich drauf, das zu erleben und es mit euch zu teilen.
Kiki
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Sonntag, 23. Dezember 2012
Montag, 12. November 2012
Das Leben und wir
In Anlehnung an Kikis Eintrag über Hilfe gegen Weltschmerz schreibe ich Euch ein wenig von Dingen, die ich bisher in meinem Leben gelernt habe. Oder die mir vom Leben gelernt wurden, wenn man so will. Ich bin eigentlich chronisch mit mir unzufrieden. Durch vergangene Zeiten und teils traurige Erlebnisse habe ich Probleme zu akzeptieren, dass ich geliebt werde. Dass ich geliebt zu werden wert bin.
GLÜCK. Lass' niemals Andere über Deines entscheiden. Das mag logisch klingen, doch viel zu häufig lassen wir uns von unserem Umfeld beeinflussen. Oft positiv, ja, aber für die Sensiblen unter uns, die auf die Gefühle Anderer achtgeben, kann sich Empathie schnell ins Gegenteil verkehren. Und dann hängen wir wieder drin in der Spirale.
LIEBE. Mach' sie nicht zu einer Kondition. Liebe. Ein mächtiges Wort mit mannigfaltigen Variationen, Ausprägungen, Ergebnissen. Wir begegnen ihr tagtäglich, an manchen Tagen häufiger als an anderen. Der freundliche Gruß des Nachbarn, die Frau, die uns an der Kasse vorlässt oder der Busfahrer, der uns einen guten Morgen wünscht. All dies sind Formen von Liebe. Leider erkennen wir heutzutage oft nur die großen Gesten – einen Strauß Rosen, einen fünfstündigen Anruf von der besten Freundin, eine Einladung ins Kino. Die mich kennen, wissen, dass ich kein Romantiker bin. Ich bin zwar ein Mädchen, manchmal zu meinem Leid, aber mit großen Gesten, Schnulzmusik, Rosen und einer Schachtel Pralinen braucht man mir nicht kommen. Straßenromantik, z.B. eine Tüte Pommes mit mir teilen, that’s the stuff. Ich weiß, dass viele von Euch Liebe größtenteils nur in festen Partnerschaften suchen. Davon konnte ich mich lange nicht – und kann mich manchmal immer noch nicht – ausnehmen. Diese Suche bestimmt teilweise das Leben und das ist schade, da die schönsten Gefühle oft direkt vor der Nase schwirren. Liebe ist überall! Wenn der Paketmann Euch einen schönen Tag wünscht, Euer bester Freund Euch eine E-Mail mit einem lustigen Link schickt, Ihr einen gemütlichen Abend mit der Mitbewohnerin vor dem Fernseher verbringt… that’s the stuff.
AKZEPTANZ. Damit habe ich die größten Schwierigkeiten. Ich bin mit meinem Körper sehr unzufrieden. Schon immer gewesen und werde es wohl immer sein. Eine Zeitlang habe ich mich deswegen kasteit, mir das Essen verboten. Keine Süßigkeiten, keine Kohlenhydrate, etc. Seit Jahren rutsche ich immer wieder, sehr häufig sogar, in diese Phasen des Verbots. Ich weiß, dass ich nicht dick bin, aber das zu akzeptieren fällt mir schwer. Mein Mitbewohner hat mir auf liebevolle Art und Weise beigebracht, dass es absolut egal ist, wie ich aussehe und dass es mir v.a. egal sein sollte. Er selbst hat ebenfalls keine Idealfigur, jedoch über die Jahre gelernt mit sich zufrieden zu sein. Wenn er drei Tafeln Schokolade am Tag essen möchte, dann lässt er sich das von keinem Schönheitsideal verbieten. Von ihm habe ich gelernt, dass es okay ist, wenn ich nachts um halb 1 Uhr noch Schoki oder Chips essen möchte. Wirklich. Ich kann das jetzt. Fast ganz ohne schlechtes Gewissen. :)
SPORT. Ja, Kiki hat es bereits angesprochen. Sport macht uns physisch und psychisch gesund. Dabei ist es völlig egal, welchen Sport Ihr verfolgt. Macht das, was Euch Spaß macht. Kiki und ich waren am Samstag beispielsweise auf einer vierstündigen Zumba-Party. Zumba macht uns tierischen Spaß – Euch auch? Die lateinamerikanischen Rhythmen und schnellen Beats gepaart mit flotten Tanzschritten sind (finde ich) anstrengender als 45min Joggen, regen die Endorphinausschüttung jedoch gewaltig an. Im Anschluss an die Zumba-Stunden geht es uns immer wahnsinnig gut. Ein toller Ausgleich! Wer nicht so der Typ für gänzliche Verausgabung ist, geht am besten spazieren. Ich liebe Spazierengehen – es gibt kaum ein schöneres Szenario zum Nachdenken... Im Frühling duftet alles so schön, im Sommer kitzelt Euch die Sonne und es riecht nach frisch gemähtem Gras, im Herbst ist die Luft kalt und knusprig und im Winter stapfen wir durch Matsch und Schnee. See beauty in every weather.
SELBSTREFLEXION. Ganz wichtig. Wir Menschen reflektieren uns und unsere Umwelt viel zu wenig. Wer seid Ihr? Was tut Euch gut, was nicht? Was macht Euch Spaß? Fühlt Ihr Euch in Eurem Studium/mit Eurem Job wohl? Was mögt Ihr an Euren Freunden und was nicht? Lernt nach diesen Antworten zu leben. Das mag dezent esoterisch klingen; ist es nicht. Ich habe lernen müssen, dass es absolut in Ordnung ist, wenn man Menschen, "Freunde", die einem nicht guttun, aus dem eigenen Umfeld kickt. Es ist okay. Ehrlich. Wenn diese Person zu Eurem Freundeskreis gehört und Euch die Aktion schwerfällt, nehmt trotzdem Abstand. Wenn andere fragen, sagt, dass der Mensch Euch nicht guttut. Fertig, aus. Es bringt nichts sich mit Energievampiren aufzuhalten. Das ist Euer Leben! Ihr habt nur eines und das soll so schön wie möglich werden. Also, raus mit den Miesepetern und rein mit den Leuten, die es wert sind. So wie Ihr.
AKZEPTANZ. Damit habe ich die größten Schwierigkeiten. Ich bin mit meinem Körper sehr unzufrieden. Schon immer gewesen und werde es wohl immer sein. Eine Zeitlang habe ich mich deswegen kasteit, mir das Essen verboten. Keine Süßigkeiten, keine Kohlenhydrate, etc. Seit Jahren rutsche ich immer wieder, sehr häufig sogar, in diese Phasen des Verbots. Ich weiß, dass ich nicht dick bin, aber das zu akzeptieren fällt mir schwer. Mein Mitbewohner hat mir auf liebevolle Art und Weise beigebracht, dass es absolut egal ist, wie ich aussehe und dass es mir v.a. egal sein sollte. Er selbst hat ebenfalls keine Idealfigur, jedoch über die Jahre gelernt mit sich zufrieden zu sein. Wenn er drei Tafeln Schokolade am Tag essen möchte, dann lässt er sich das von keinem Schönheitsideal verbieten. Von ihm habe ich gelernt, dass es okay ist, wenn ich nachts um halb 1 Uhr noch Schoki oder Chips essen möchte. Wirklich. Ich kann das jetzt. Fast ganz ohne schlechtes Gewissen. :)
SPORT. Ja, Kiki hat es bereits angesprochen. Sport macht uns physisch und psychisch gesund. Dabei ist es völlig egal, welchen Sport Ihr verfolgt. Macht das, was Euch Spaß macht. Kiki und ich waren am Samstag beispielsweise auf einer vierstündigen Zumba-Party. Zumba macht uns tierischen Spaß – Euch auch? Die lateinamerikanischen Rhythmen und schnellen Beats gepaart mit flotten Tanzschritten sind (finde ich) anstrengender als 45min Joggen, regen die Endorphinausschüttung jedoch gewaltig an. Im Anschluss an die Zumba-Stunden geht es uns immer wahnsinnig gut. Ein toller Ausgleich! Wer nicht so der Typ für gänzliche Verausgabung ist, geht am besten spazieren. Ich liebe Spazierengehen – es gibt kaum ein schöneres Szenario zum Nachdenken... Im Frühling duftet alles so schön, im Sommer kitzelt Euch die Sonne und es riecht nach frisch gemähtem Gras, im Herbst ist die Luft kalt und knusprig und im Winter stapfen wir durch Matsch und Schnee. See beauty in every weather.
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| Der Beweis – wir waren da! |
SELBSTREFLEXION. Ganz wichtig. Wir Menschen reflektieren uns und unsere Umwelt viel zu wenig. Wer seid Ihr? Was tut Euch gut, was nicht? Was macht Euch Spaß? Fühlt Ihr Euch in Eurem Studium/mit Eurem Job wohl? Was mögt Ihr an Euren Freunden und was nicht? Lernt nach diesen Antworten zu leben. Das mag dezent esoterisch klingen; ist es nicht. Ich habe lernen müssen, dass es absolut in Ordnung ist, wenn man Menschen, "Freunde", die einem nicht guttun, aus dem eigenen Umfeld kickt. Es ist okay. Ehrlich. Wenn diese Person zu Eurem Freundeskreis gehört und Euch die Aktion schwerfällt, nehmt trotzdem Abstand. Wenn andere fragen, sagt, dass der Mensch Euch nicht guttut. Fertig, aus. Es bringt nichts sich mit Energievampiren aufzuhalten. Das ist Euer Leben! Ihr habt nur eines und das soll so schön wie möglich werden. Also, raus mit den Miesepetern und rein mit den Leuten, die es wert sind. So wie Ihr.
(Wenn Ihr nicht wisst, wo Ihr mit der Frage "Wer bin ich?" als erstes hinsollt, ist der Myer-Briggs-Persönlichkeitstest ein guter Anfang. Hier www.25quiz.com findet Ihr 25 Fragen, die Euren Typ bestimmen. Zum Test werde ich demnächst auch noch einen eigenen Post verfassen.)
Am Allerwichtigsten ist: Nehmt Euch Zeit für Euch selbst. Keine Veränderung geschieht über Nacht. Geht langsam vor. Beginnt mit einer unaufgeräumten Ecke und nicht mit allen gleichzeitig. Lernt Euch selbst zu lieben (bin auch noch dabei). Alles ist gut. :)
-Livh
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