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Montag, 31. Dezember 2012

Wunsch

Ein Jahr ist zu Ende.
Nun gebt euch die Hände
und sagt: alles Gute! Gesundheit und Glück!
Beschließt in Gedanken,
Euch nicht mehr zu zanken,
und denkt an die Sünden vom Vorjahr zurück.

Bleibt nett und verträglich,
und drückt euch nicht täglich
vom Waschen und Lernen auf listige Art!
Tut´s auch nicht verdrießlich!
Es bleibt euch ja schließlich,
Ob schneller, ob langsamer, doch nichts erspart.

Ein Jahr will beginnen,
Im Glockenturm drinnen
Erschrecken die Tauben vom Bimm und vom Bumm.
Seid nicht wie die Tauben!
Ihr müsst an euch glauben.
Stapft fröhlich ins Neujahr und dreht euch nicht um!
James Krüss

Meine Lieben,
seit November erst bloggen wir, und haben schon so viele tolle Bekanntschaften gemacht; ihr regt uns an, ihr motiviert, und es macht Spaß, eure Reaktionen auf unsere Gedanken und Pläne zu lesen. Danke.
Das Gedicht von James Krüss begleitet mich schon ewig, und jede Strophe bedeutet Gutes für mich. Am Wichtigsten aber ist mir die letzte: die Botschaft, nicht so schreckhaft zu sein vor den Schwierigkeiten des neuen Jahres, sondern zuversichtlich nach vorne zu blicken - nach vorne, nicht zurück - die muss ich mir selbst immer wieder zuflüstern.

Ich fighte noch immer mit der Exilliteratur und den Nazis und brauche dafür noch mindestens zwei Wochen. Seid also nicht böse, wenn ihr von mir vorerst nicht hört - ich tanze den Paulchen Panther. (Ich wollte zuerst nur das Video mit den letzten sieben Sekunden reinstellen, aber maaaann, ich liebe die Serie.)
Ende Januar melde ich mich wieder, dann erzähle ich euch was über Tee und Neuanfänge und wie das für mich zusammenhängt, und über die Tricks, mit denen ich - bisher überzeugte Pixie - mir selbst wieder lange Haare abtrotze.
Bis dahin wünsche ich euch einen guten Beschluss ("Altjahrabend" heißt Silvester bei meiner Oma, ich mag das) und einen guten Anfang morgen früh.
Wir sehen uns!

Alles Liebe
Kiki

Sonntag, 16. Dezember 2012

Schon lange In: Familienchristbaumschmuck ♥

Ich bin dieses Wochenende zu meinen Eltern gefahren. Wir alle sind total geflasht davon, dass die Adventszeit nächste Woche schon vorüber ist! 
Meine Mutter (Eingeweihte erinnern sich: Frau "Fetzig") und ich haben gestern mal unsere Abstellkammer nach dem Baumschmuck durchsucht, um gegebenenfalls einzelne Stücke austauschen zu können, so lange noch Zeit ist... 
Und dabei sind wir auf den Christbaumschmuck meiner Oma gestoßen.
Das sind wunderschöne alte Stücke, teils aus den Fünfzigern. Sie sind ohne Ausnahme alle angedellt, man sieht ihnen die Feste an, die sie auf dem unnatürlich gerundeten Buckel haben. 



Für mich haben sie großen sentimentalen Wert - Weihnachten bei meiner Oma war immer der Teil des Festes, bei dem es am wenigsten um Geschenke ging. Wir saßen in der warmen Wohnstube, haben Plätzchen gegessen und durften aus den guten Weingläsern Zitronensprudel trinken. Beides - Weingläser und Zitronensprudel - gab es nur an zwei Tagen des Jahres, an Weihnachten und am Geburtstag. Es war also eine große Sache. 



Der Baum meiner Oma war immer bunt und glitzerig geschmückt. Meine Schwester und ich durften uns an Omas Baum austoben, meine Großeltern fanden es süß, wie wir unsere bunten Mädchenträume an diesem Baum realisiert haben. Er war immer größer als der Baum bei meinen Eltern, und Opa hat traditionell den Stern an die Spitze gesteckt. Jedes Jahr.


 All diese Erinnerungen kamen hoch beim Anblick der alten Kugeln. 
Mein Opa ist schon lange tot und einen Weihnachtsbaum hatte meine Oma schon lange nicht mehr. Zumindest keinen richtig großen - sie bekommt von mir einen kleinen Baum im Topf, aber pssst - das soll eine Überraschung sein.
Weihnachten war immer schön bei uns. Die legendären Weihnachtskräche gab es bei uns nie, sogar wir Kinder haben uns vertragen - hauptsächlich deshalb, weil man uns drohte, das Christkind würde unsere Geschenke wieder mitnehmen, es sei nämlich noch immer draußen unterwegs. 
Eine bedrohliche Vorstellung. 

Und das waren meine Lieblingsstücke. Klar, die Rosane. Ich bin ein Mädchen, sorry. 
Die Weiße mit den zarten Glitzerzeichnungen.
Die Gelbe, weil ich als Kind dachte, das wäre Gold.

Die Teile sind nicht gut in Schuss, aber immerhin sind sie noch ganz. Ich betrachte die Macken und Wachsreste als Kampfnarben - sie haben immerhin schon meine Mutter durch ihre Kindheit begleitet.

Ich mag Dinge mit Geschichten. Ich ziehe Menschen mit Dellen und Rissen denen mit glatter Oberfläche vor, oder besser: denen, die eine glatte Oberfläche vorspiegeln. Dass jeder von uns Dellen hat, steht für mich außer Frage. 
Ich mag die alten Kugeln, eben weil man ihnen ihr Alter ansieht. 
Frau "Fetzig" sieht das zum Glück genauso: dieses Jahr kommen die alten Kugeln zu neuen Ehren bei ihrem großen Comeback an unserem Weihnachtsbaum.

Wie versprochen passiert hier immer mal wieder was. Beachtet bitte in der männlichen Hauptrolle Omas kleinen Baum, der sich zu einem Beinahe-Akt-Shooting überreden ließ!

Ich wünsche euch schöne präapokalyptische Tage. So langsam wird es eng - habt ihr schon Geschenke, für den Fall, dass es mit dem Weltuntergang doch nicht hinhaut? 
Ich denke, ich werde kommende Woche fleißig schreiben, und am Freitag feiern gehen, als ob es mein letzter Tag auf Erden wäre. Wenn er's nicht ist, hatte ich zumindest eine fette fette fette Party.


Alles Liebe 
Kiki