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Sonntag, 14. April 2013

Lebenszeichen | Livh

Ja, es gibt mich noch! Kaum zu glauben, aber wahr. Ich entschuldige mich für meine lange Absenz. 

Ich befand mich auf "Mission Ich". Mission Ich ist ganz wichtig. 

Februar und März habe ich damit verbracht eine Wohnung zu suchen, denn ich musste dringend aus meiner WG raus. Ruhe war schier nicht möglich. Selbst, wenn meine Tür geschlossen war, wurde das nicht respektiert, ebenso wie meine ständigen Hinweise, dass ich gern allein sei... Nun ja, Konsequenz war, dass ich dringend ausziehen wollte. Wohnungssuchen in Würzburg ist, seid gewarnt, der absolute Horror. Nie wieder wollte (und will) ich in eine WG einziehen, also musste es eine Ein-Zimmer-Wohnung werden. Der Run auf die Wohnungen ist hier so groß, dass ich mich oft innerhalb von fünf Minuten nach Onlinestellen einer Anzeige gemeldet habe, aber nicht einmal mehr zu einer Besichtigung eingeladen wurde. Die paar Mal, die ich mir tatsächlich etwas ansehen durfte, musste jeder Bewerber seine Telefonnummer und Namen auf ein Zettelchen schreiben und dann wurde gelost... Lange Rede, kurzer Sinn: Zwei Monate Suche gingen mit einem semi-guten Ergebnis zu Ende. Ich habe nun meine eigenen vier Wände, 18qm, möbliert (ich vermisse mein Bett ;_;), dafür aber eine kleine Küchenzeile, meinen eigenen Kühlschrank und mein eigenes Bad. Einmal Blut geleckt, wurde ich nur darin bestätigt, nie wieder in eine WG zu ziehen. Ich kann aufstehen, wann ich will, duschen, wann ich mag, rumhüpfen, wie es mir beliebt! Toll!

Eine eigene Bleibe zu finden, war also Schritt Nummer 1 auf Mission Ich. Weiter ging es mit Sport und Ernährung. Das Internet hat mir den nötigen Schubs gegeben, und so hat sich seit Januar meine Einstellung zu Fitness und Ernährung stark geändert. Ich esse nun definitiv kein Fleisch mehr und ernähre mich, so gut es geht, vegan. Ab und an gibt's Käse, den mag ich einfach gern. Mit jeder Mahlzeit serviere ich Obst oder Gemüse. Ich habe dunkle Schoki im Haus und wenn ich die essen will, esse ich sie. Basta. Moderation is key. Was den Sport angeht: Sechs Tage die Woche mache ich was. Sei es Zumba, Joggen, Yoga, eines von Jillian Michaels' Workouts... ich muss was tun. Jede Woche, wenn es Ruhetag heißt, kribbelt der ganze Körper und will arbeiten! Nein, muss ich ihm dann sagen, heute musst Du Dich regenerieren, morgen wieder. :) Es ist Wahnsinn, wie süchtig man danach wird. Der Körper will förmlich was tun! Ich esse reichlich, dafür viel gesünder, und mache Sport. Auch wenn sich an meinem Körper in den drei Monaten nicht viel getan hat, von außen, so merke ich doch, wie gut mir die Änderungen innen tun. Freunde und Familie haben sich das Augenrollen endlich abgewöhnt, wenn ich mal wieder ein Treffen nach hinten legen muss, denn "vorher ist Sport, da kann ich nicht". Kiki und ich waren erst gestern wieder auf einer Zumba-Party (treue Leser erinnern sich vielleicht an letzten November) und haben vier Stunden lang gerockt! Auf dem Rückweg sinnierten wir, wie viel lieber wir unsere Samstage mit vierstündigen Workouts verbringen als mit Party und Alkohol. Sehr viel lieber. 
Meine Mama konnte ich bereits anstecken. ;) Schritt 2 auf Mission Ich hat meine Lebensqualität stark verbessert. Jeder muss für sich seine Balance finden. Mein Körper und ich sind endlich glücklich und Partner anstatt Feinde.

21 Tage, sagt man, benötigen Körper und Geist, um etwas in eine Gewohnheit umzuwandeln. Wenn Ihr etwas in Eurem Leben ändern wollt, gebt Euch mindestens 21 Tage. Mit 'baby steps' geht's los. Nicht aufgeben! Ich bin noch lange nicht da angekommen, wo ich hinmöchte – Mission Ich continues. 

Für Interessierte:

Hier findet Ihr die sogenannte 21-Day-Yoga-Challenge. Jeden Tag zwischen 10 und 35 Minuten Yoga. Sehr angenehm. Ich hab's ein bisschen schleifen lassen, weil ich lieber high intensity workouts mag und die halbe Stunde Yoga dann nicht mehr einschieben kann (oder möchte).

Hier gibt es z.B. Level 1 des 30 Day Shred Programms von Jillian Michaels (Amerikas Nummer 1 unter den Fitnessgurus). Level 2 und 3 können ebenfalls bei youtube gefunden werden. Jedes Level muss zehn Tage lang trainiert werden. Da ich verschiedene Workouts habe, schiebe ich 30 DS immer mal wieder ein. Habe mich bis Level 2 vorgearbeitet, uff.

Befindet Ihr Euch auch auf Mission Ich? Wie sieht das bei Euch aus?

-Livh

Sonntag, 24. März 2013

Lebenszeichen | Noch mehr Versprechen

Hallo ihr Lieben,

doch, doch, es gibt uns immernoch. Viele von euch wissen es : Uniabschlüsse sind kein Pappenstiel. Und während Livh, meine Liebe, zwischen Forschung und verdienter Pause pendelt, habe ich mich ganz der Herausforderung der schriftlichen Magisterprüfungen verschrieben.

Aber am Freitag war die letzte Klausur und jetzt hab ich ein klein wenig freie Zeit, und ich habe sie mir verdient!
Nachdem ich ausgiebig gefeiert habe und mich aufgrund meines fortgeschrittenen Alters lange, lange von meinem Kater erholen musste, bin ich heute wieder voll auf der Höhe!

Und ich hab gleich was ganz obersupertolles angefangen; ich bin selbst ganz aufgeregt.

Liebe Menschen, die diesem Blog die Ehre erweisen: bald gibt es ein DIY für Espadrilles. Ich weiß, wie es geht. Ich hab's mir selber ausgedacht (obwohl das Internet sicher auch Vorschläge hat). Und ich will es mit euch teilen, ich nähe nur grade noch daran.

Am Mittwoch nähen wir Sommerschuhe, und wir werden ganz tolle, leichte Musik dazu hören, die den Schuhen schon im Entstehungsprozess die Fähigkeit überträgt, uns durch heiße, leichte Tage zu tragen und unseren Gang um dieses leichte Hüpfen zu bereichern, das man hat, wenn man glücklich ist.

Also: ihr checkt eure Musiksammlung und ich bereite die Anleitung vor. Freue ich mich? Aber ja!

Bis Mittwoch! Haltet die Ohren steif und macht's euch schön.

Alles Liebe
von einer erleichterten und überdrehten, aber kreativen Kiki

Montag, 31. Dezember 2012

Wunsch

Ein Jahr ist zu Ende.
Nun gebt euch die Hände
und sagt: alles Gute! Gesundheit und Glück!
Beschließt in Gedanken,
Euch nicht mehr zu zanken,
und denkt an die Sünden vom Vorjahr zurück.

Bleibt nett und verträglich,
und drückt euch nicht täglich
vom Waschen und Lernen auf listige Art!
Tut´s auch nicht verdrießlich!
Es bleibt euch ja schließlich,
Ob schneller, ob langsamer, doch nichts erspart.

Ein Jahr will beginnen,
Im Glockenturm drinnen
Erschrecken die Tauben vom Bimm und vom Bumm.
Seid nicht wie die Tauben!
Ihr müsst an euch glauben.
Stapft fröhlich ins Neujahr und dreht euch nicht um!
James Krüss

Meine Lieben,
seit November erst bloggen wir, und haben schon so viele tolle Bekanntschaften gemacht; ihr regt uns an, ihr motiviert, und es macht Spaß, eure Reaktionen auf unsere Gedanken und Pläne zu lesen. Danke.
Das Gedicht von James Krüss begleitet mich schon ewig, und jede Strophe bedeutet Gutes für mich. Am Wichtigsten aber ist mir die letzte: die Botschaft, nicht so schreckhaft zu sein vor den Schwierigkeiten des neuen Jahres, sondern zuversichtlich nach vorne zu blicken - nach vorne, nicht zurück - die muss ich mir selbst immer wieder zuflüstern.

Ich fighte noch immer mit der Exilliteratur und den Nazis und brauche dafür noch mindestens zwei Wochen. Seid also nicht böse, wenn ihr von mir vorerst nicht hört - ich tanze den Paulchen Panther. (Ich wollte zuerst nur das Video mit den letzten sieben Sekunden reinstellen, aber maaaann, ich liebe die Serie.)
Ende Januar melde ich mich wieder, dann erzähle ich euch was über Tee und Neuanfänge und wie das für mich zusammenhängt, und über die Tricks, mit denen ich - bisher überzeugte Pixie - mir selbst wieder lange Haare abtrotze.
Bis dahin wünsche ich euch einen guten Beschluss ("Altjahrabend" heißt Silvester bei meiner Oma, ich mag das) und einen guten Anfang morgen früh.
Wir sehen uns!

Alles Liebe
Kiki

Dienstag, 25. Dezember 2012

Update Aberglaube

Leute. Eigentlich wollte ich euch in eurer Feiertagsseligkeit nicht stören, aber nachdem der Aberglaube auf so großes Interesse gestoßen ist, möchte ich euch ein Medley der schönsten "Dinge, die man nicht tun darf", wie es mir gestern durch Oma und Großonkel vorgetragen wurde, nicht vorenthalten.

Was man nicht tun darf in den Zwölf Nächten: Update
- Hülsenfrüchte kochen. (Ob man sie essen darf, ist nicht bekannt.)
Konsequenzen sind auch nicht bekannt. Aber, wichtig: man darf nicht. Basta.

Was man nicht tun darf, wenn man Kühe hält:
Holunderbüsche, die am Haus wachsen, fällen und verbrennen
... weil sonst die Kühe sterben.
Man darf das Holz aber Ziegenbauern geben, das ist okay.
Weiß noch nicht, ob das Standesdünkel ist oder Vertrauen in die Zähigkeit der Ziegen...

Danach haben wir über den Krieg geredet, dass die Front eine Zeitlang mitten durch unser Dorf lief und meine Oma und ihre Eltern in den alten Tunneln unter dem Ort Zuflucht gesucht haben. Es war ein interessanter Heiligabend.

Zumindest die Holunderbuschgeschichte kann ich aber erklären: Holunder ist eine der wirkungsvollsten Heilpflanzen überhaupt. Mit Holunder kriegt man alles in den Griff: Verdauungsbeschwerden in beide Richtungen, Fieber, unreine Haut... kein Problem.
Holunder kann alles. Entgiftet besser als Brennnessel und schmeckt dabei besser, hat viel Vitamin C, blüht und duftet wunderschön - ihr merkt, Holunder ist einer meiner Lieblinge.

Weil die Pflanze so viel kann, wurde ihr außerdem zugesprochen, der Sitz der Schutzgeister eines Hauses zu sein; deshalb wurde früher auf jedes Grundstück ein Holunderbusch gepflanzt, als Gutegeistermagnet sozusagen.
Wer also das Haus guter Geister kaputtmacht, muss mit den Konsequenzen (allumfassendes Unglück, im Zweifel ist es immer allumfassendes Unglück) leben.

Warum das für Ziegenbauern (also Bauern, die sich nur Ziegen, aber keine Kühe leisten konnten) nicht gilt, kann ich aber trotzdem nicht erklären...

Das hier war jetzt nicht nur ein Aberglauben-Update, sondern auch ein Pröbchen für meine Kräuterkundeleidenschaft. Ich schaffe es, von jedem beliebigen Thema die Kurve zu kriegen und über Kräuter zu reden. Was die alles können! Welche besonders viel können, welcher Aberglaube und welcher Brauch damit verbunden ist - ich finde das alles wahnsinnig spannend.

Ist das auch für euch interessant? Wollt ihr dazu mehr wissen?
Mir macht das Thema großen Spaß und ich würde es gern mit euch teilen.

Alles Liebe
Kiki


Donnerstag, 8. November 2012

Noch ein Blog also. War der nötig?! (Hädds des brauchd?, wie der Franke sagt)

Wir meinen: ja. Als Ort, wo wir uns austoben, als Pinnwand, an der wir Gedanken teilen, als Galerie für die Eindrücke, die uns begegnen.

Aber wer schreibt hier überhaupt?
Hier bloggen Livh und Kiki, zwei junge Frauen aus Würzburg. Wir bringen nicht nur gute Laune und Stoppersocken mit, sondern auch viele Ideen, Gedanken und Pläne. Außerdem sprechen wir mehrere Sprachen, kochen gut, sind gebildet und wissen Konversation zu machen.  
Und wir haben Humor.

In den letzten Wochen und Monaten haben wir beide viele Blogs gelesen - die meisten unglaublich inspirierend und kreativ - und haben uns begeistern lassen, für Konsistenzen, Farben, Details, für Essen, Kleidung und Einrichtung, für Engagement, Einstellungen und Motivationen. 

Viele dieser Eindrücke haben in uns eigene Projekte wachgeküsst. 
Wir wollen viel in die Richtung "Count your blessings" arbeiten - für uns, aber natürlich auch für Euch, vielleicht macht ihr mit und entdeckt, dass, trotz Novembergrau, eigentlich alles ziemlich gut ist; dass eure Stadt schön ist, dass ihr treuere Freunde habt, als vermutet, dass euch der letzte Aufsatz ganz gut gelungen ist, nur, um ein paar Beispiele zu nennen. 

Außerdem werden kleine Lebensverschönerungen wichtig. Wir beschäftigen uns mit gutem Essen, schöner Kleidung, Schmuck und anderem Glitzerkrams - selbstgemacht, re- oder upcycled - , Musik und ihren schönen Wirkungen, sprechen über Sport und Entspannung, und Tiere.

Weil wir beide sehr nachdenklich und sensibel sind, werden wir uns auch den Dingen widmen, die unseren Geist nähren und uns innendrin guttun. In Planung sind derzeit Beiträge über Klarträume und Meditation, aber auch über alte Traditionen und über verschiedene Wege, sich zu entspannen und sich wohlzufühlen.

Warum denn "mentshen"?
Das Wort mentsh kommt aus dem Jiddischen und bezeichnet eine aufrechte, verlässliche Person. Der Journalist Leo Rosten definiert mentsh so: 
"Someone to admire and emulate, someone of noble character. The key to being 'a real mensch' is nothing less than character, rectitude, dignity, a sense of what is right, responsible, decorous." Quelle
Mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn gesegnet, versuchen wir, diese Definition zu verkörpern. Zwar gelingt uns das nicht immer, aber wir geben nicht auf. 

"mentshen" ist unsere virtuelle WG. Hier lachen, denken, genießen wir und versuchen, unseren Horizont zu erweitern. Wir wollen unsere highest highs mit euch teilen und möglicherweise auch das eine oder andere low - wir werden sehen. 
Vor allem aber freuen wir uns, wenn ihr mitlest und euch von uns mitreißen lasst. 
Willkommen bei den Mentshen.