Als ich neun war, habe ich oft den Bruder meines Vaters und seine Familie - meine Paten - besucht. Sie haben in Würzburg gewohnt und der Bruder meiner Tante war in die USA ausgewandert. Außerdem hat meine Tante ihre Wocheneinkäufe oft im (damals noch) Walmart erledigt, was mich schlussendlich zu der Annahme führte, Würzburg sei eigentlich ein Außenposten der USA. Ausgerechnet Würzburg.
Als Kind vom 120-Seelen-Dorf denkt man sowas, besonders wenn man mit dieser seltsamen Phantasie ausgestattet ist, wie ich es bin.
Jedenfalls hat mir meine Tante bei einem dieser Einkaufausflüge (die, nebenbei bemerkt, auch meine Leidenschaft für riesengroße Supermärkte begründet haben) ein Glas Erdnussbutter gekauft.
Seitdem bin ich süchtig nach dem Zeug.
Ich kaufe mir nicht oft welche, weil ich nämlich innerhalb von Tagen ein Glas leermache und mir dann übel ist - wahrscheinlich eine Allergie. Ich bin bestimmt allergisch gegen den Kosum von 100 000 Erdnüssen auf einmal - aber ich liebe alles, was mit Erdnussbutter veredelt ist.
In letzter Zeit bin ich, auch durch häufige Tumblrei, auf die Idee gekommen, mir mal selbst Erdnussbutter zu machen. Das funktioniert sehr gut mit dem Thermomix meiner Mutter, und trägt Früchte, die ich bereitwillig mit euch teile: Cookies.
Eigentlich wollte ich ein Rezept variieren, aber dann hab ich mein Kochbuch nicht gefunden, also habe ich improvisiert.
Für die allerbesten Erdnusscookies der Welt braucht ihr
150 g Margarine
150 g Rohrzucker
100 g Blockschokolade
200 g Mehl
1 Päckchen Vanillezucker
1 Päckchen Backpulver
4 große Esslöffel Erdnussbutter (crunchy)
Zuerst verrührt ihr Erdnussbutter, Margarine, Vanille - und Rohrzucker, dann kommt das Mehl dazu (ich habe halb Dinkelvollkornmehl und halb Weizenmehl genommen), dann die in kleine Stücke zerstörte Blockschokolade (ich lasse sie in der Packung und haue mit dem Fleischhammer drauf - gibt schön unregelmäßige Stücke und ich kann die Schokolade einfach aus der Packung rauskrümeln) und zum Schluss das Backpulver.
Der Teig wird sehr fest und auch krümelig - lasst euch davon nicht verunsichern!
Mit zwei Teelöffeln setzt ihr dann kleine Teignocken auf Backbleche, drückt sie ein bisschen platt, und dann: ab in dem Ofen!
Bei 200° Heißluft (mit Vorheizen) hab ich sie ca. 12 Minuten gebacken.
Nicht erschrecken, sie sind sehr weich, wenn man sie aus dem Ofen nimmt, aber sie härten noch aus. Und dann... habt ihr fantastische, krümelig-cremige Cookies. Durch den festen Teig verlaufen sie fast gar nicht und durch den Rohrzucker knirschen sie schön beim Knabbern. Ich mag das. Und der salzige Geschmack der Erdnussbutter passt super zu dem süßen, krümeligen Teig und der leichten Bitternote der Schokolade.
Außerdem sind sie vegan (das hängt aber auch von der Margarine und der Schokolade ab).
Zwei Kekse und eine große Tasse Zimttee und ich ertrage auch die faschingsselige Überdrehtheit allüberall.
Kiki